Zur Ortsgeschichte Friedrichsbrunns

- Seit dem 11. Jahrhundert war der Ungetreue Brunnen (jetzt Friedrichsbrunnen) Rastplatz der Krieger, Jäger und Kauffahrer an der Reichsheerstraße Quedlinburg - Nordhausen.

- In dem Friedrichsbrunn umschließenden großen Waldgebiet zwischen Bode und Selke gab es im Spätmittelalter vier Burgen, drei Klöster und zehn Dörfer.

- 1680 entstanden am Ungetreuen Brunnen ein preußisches Grenzwächterhaus und ein Vorwerk der Domäne Stecklenberg - die Keimzelle des künftigen Ortes.

- Zwischen 1773 und 1775 wurden auf Veranlassung Friedrich des Großen 50 Kolonistenfamilien aus den benachbarten Kleinstaaten am Ungetreuen Brunnen angesiedelt.

- Die neue Waldkolonie erhielt den Namen Friedrichsbrunn.

Jung's Hotel um 1910

Jung's Hotel und Schwarzer Adler um 1957

- Die ersten Jahrzehnte des Dorfes waren durch Mangel an Verdienstmöglichkeiten, durch bitterste Armut und Hunger bestimmt.

- 1782 mußte offene Aufruhr durch Einsatz von Militär niedergeschlagen werden.

- Zusätzliche Waldrodung und Ankauf von Domänenland milderten die Existenznot ab Mitte des 19. Jahrhunderts.

- Wesentlichste Erwerbsquelle wurde die Waldarbeit.

- Seit 1860 stellten rd. 30 Familien Spazierstöcke in Heimarbeit her.

- 20 bis 25 Steinhauer verarbeiteten in den umliegenden Wäldern den Ramberggranit zu Grabsteinen und Straßenbegrenzungen.

- Ende des 19. Jh. wurde Friedrichsbrunn das Weihnachtsbaumdorf Deutschlands.

- Von den 130 Weihnachtsbaumgroßhändlern des Reiches kamen 43 aus Friedrichsbrunn.

- 1884 kam der erste sog. "Sommerfremde" in den Ort.

- Vor dem ersten Weltkrieg wurde Friedrichsbrunn Höhenluftkurort - 2 Sanatorien , 3 größere Hotels und zahlreiche kleine Pensionen beherbergten die wachsende Gästezahl.

- Beide Weltkriege unterbrachen die Kurentwicklung. Alle größeren Häuser dienten als Lazarette.

- Nach dem zweiten Weltkrieg steuerte der FDGB-Feriendienst das Kur- und Erholungswesen.

- Im Januar 1949 verlieh das Land Sachsen-Anhalt dem Ort den Titel "Heilklimatischer Kurort und Wintersportplatz".

Bis zu 20.000 Urlauber und Kurpatienten hielten sich bis 1989/90 alljährlich in Friedrichsbrunn auf.

- Mit dem Ende des Massentourismus nach der Wende kam ab 1990 auch das Ende für eine Reihe von Kinderferien- und Erholungseinrichtungen, Gleichzeitig begann eine Neuorientierung auf Individual- und Kurzurlauber.

- Neue Hotels und zahlreiche Privatvermieter entwickelten ein leistungsfähiges und modernes Angebot.

Haus "Zum Alten Fritz" im Jahr 2002

(früher Jung's Hotel)